BEE GEES Discografie

BEST OF BEE GEES

Oktober 1969

Als dieses Album im Herbst 1969 erschien, gab es die Bee Gees offiziell noch. Die Aufnahmen zu Cucumber Castle waren ebenso abgeschlossen, wie die Filmaufnahmen zu dem gleichnamigen Film, der von der BBC produziert wurde und seit 1967 in Robert Stigwoods Schublade lag. Doch die Stimmung in der Band war schlecht. Nachdem Colin Petersen, der sich inzwischen selbst als Musik-Prduzent ein zweites Standbein aufzubauen begonnen hatte, in Robert Stigwoods Doppelfunktion als Manager und Arbeitgeber der Band einen Interessenkonflikt vermutete und Zweifel am Finanzgebaren des RSO-Chefs äußerte, wurde er kurzerhand aus der Band katapultiert. Dagegen klagte Petersen mit dem Ziel, dass Barry und Maurice ohne ihn den Namen "Bee Gees" nicht führen dürften. Eine absurde Situation, die zu reichlich Missverständnissen sorgte (und bis heute meist falsch dargestellt wird). Am 9. Dezember 1969 verkündeten Barry und Maurice Gibb schließlich das Ende der Bee Gees.
(Dabei lag Petersen mit seiner Kritik offenbar nicht so falsch. 1980 verklagten die Bee Gees Stigwood und seine Firmen auf $125 Millionen und PolyGram, den Konzern, zu dem das Label RSO gehörte, auf $75 Millionen wegen betrügerischer Tantiemenabrechnungen. Angeblich hatte Stigwood mit zweifelhaften Verträgen in die eigene Tasche gewirtschaftet.)

All diese Vorkommnisse veranlasste die Plattenfirma die erste offizielle Kompilation der Bee Gees zu veröffentlichen. Sowohl Robin Gibb als auch die Bee Gees hatte Singles auf dem Markt und so war der Zeitpunkt günstig, zumal Weihnachten vor der Tür stand.

Das Album lieferte dem Fan 1969 einen prima Querschnitt durch das Repertoire der Bee Gees. 'Words' und 'I've Gotta Get A Message To You' erschienen hier zum ersten Mal auf einer Langspielplatte (in Amerika war 'I've Gotta Get A Message To You' auf dem Album 'Idea' erschienen) und somit auch zum ersten Mal in Stereo. Was fehlte war die Single 'The Singer Sang His Song' (erschien tatsächlich erst 1989 auf der Tales Box zum ersten Mal auf einem offiziellen Bee Gees Album), bzw. die hiesige B-Seite und amerikanische A-Seite 'Jumbo'. Mit 'Holiday' gabs eine US-Single und auch Album Tracks waren vertreten.

Die Vinyl-LP enthielt 'Spicks And Specks' in einer vom Mono-Mix produzierten Pseudo-Stereo-Version (sog. Mock-Stereo) und 'Words' in der Mono-Version. Für die US-Version wurde eine grässlich klingende Stereo-Version von 'Words' produziert. Diese fand sich auch auf allen späteren CD-Veröffentlichungen des Albums wieder. 'Spicks And Specks' wurde auf CD durch die Mono-Version von 'Tomorrow Tomorrow' ersetzt.
Die deutsche Vinyl-Erstauflage enthielt versehentlich 'Please Read Me' statt 'I Can't See Nobody'. Der Fehler wurde alsbald korrigiert.

'Best Of Bee Gees' wurde das bis dahin bestverkaufte Bee Gees Album und erlangte in den USA und in England Goldstatus! In Deutschland lief das Album nicht so gut, möglicherweise weil sich die bisherigen Alben hierzulande bereits so gut verkauft hatten. Manchem tat aber vielleicht noch das Loch weh, das das Doppelalbum Odessa in die Geldbeutel der deutschen Fans gerissen hatte. Immerhin musste man durch die damals herrschende Preisbindung für Schallplatten stolze 35 DM für ein Doppelalbum bezahlen! (Zum Vergleich: Eine Karte für das Konzert in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Hoechst 1968 kostete 7 DM.)


 
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